Wer medizinische Hilfe benötigt, erwartet häufig eines: einen persönlichen Termin beim Arzt.

Doch muss tatsächlich jede Untersuchung, jede Messung und jeder Schritt der Patientenversorgung persönlich durch einen Arzt erfolgen?

Ein Arzt muss nicht alles selbst machen

In vielen Arztpraxen übernehmen medizinische Fachangestellte schon heute zahlreiche wichtige Aufgaben: Blutentnahmen, EKG-Untersuchungen, Blutdruckmessungen oder die Vorbereitung diagnostischer Untersuchungen.

Das ist längst selbstverständlich.

Warum also erwarten wir bei anderen medizinischen Abläufen weiterhin, dass grundsätzlich alles über einen persönlichen Arztkontakt erfolgen muss?

Gute Medizin ist Teamarbeit

Die Medizin wird komplexer, gleichzeitig sind ärztliche Ressourcen begrenzt. Deshalb müssen wir Aufgaben sinnvoll verteilen.

Dabei geht es nicht darum, Ärzte zu ersetzen oder medizinische Verantwortung unkontrolliert abzugeben.

Es geht darum, qualifizierte Fachkräfte entsprechend ihren Kompetenzen einzusetzen, digitale Technologien sinnvoll zu nutzen und ärztliche Entscheidungen dort einzubinden, wo sie erforderlich sind.

Entscheidend ist nicht, wer jeden einzelnen Handgriff übernimmt, sondern ob die medizinische Versorgung fachlich angemessen, sicher und klar organisiert ist.

Unsere DIHVA-Sprechstunde zeigt, wie das funktioniert

In unserer Arztpraxis Spieren & Kollegen und im Deutschen Facharztzentrum (DFGZ) setzen wir dieses Prinzip bereits praktisch um.

In unserer DIHVA-Sprechstunde verbinden wir qualifizierte medizinische Fachkräfte, digitale Untersuchungstechnologien und ärztliche Anbindung.

So lassen sich bestimmte medizinische Anliegen strukturiert erfassen und untersuchen, ohne dass jeder einzelne Untersuchungsschritt persönlich durch einen Arzt erfolgen muss.

Die ärztliche Verantwortung bleibt dabei klar geregelt. Wo eine ärztliche Beurteilung oder persönliche Untersuchung erforderlich ist, wird diese entsprechend eingebunden.

Für Patienten entstehen dadurch zusätzliche Wege zur medizinischen Versorgung.

Die größte Veränderung findet in unseren Köpfen statt

Technisch ist heute bereits vieles möglich. Die größere Herausforderung liegt häufig darin, vertraute Rollen und Abläufe zu hinterfragen.

Denn eine gute medizinische Versorgung muss nicht immer so organisiert sein, wie wir es seit Jahrzehnten gewohnt sind.

Wir sollten weniger darüber diskutieren, ob ausschließlich Ärzte jeden Schritt persönlich übernehmen müssen.

Stattdessen sollten wir fragen, wie unterschiedliche Qualifikationen, digitale Möglichkeiten und ärztliche Kompetenz bestmöglich zusammenwirken können.

Die Medizin der Zukunft braucht nicht weniger ärztliche Verantwortung. Sie braucht eine intelligentere Verteilung der Aufgaben.